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Die kleine romantische Insel im Dornröschenschlaf?

Chiemsee - da muss ich sofort an die Herreninsel mit dem berühmten Schloß vom bayerischen König Ludwig II denken. Herrlich gelegen, immer einen Ausflug wert. Gut, normalerweise muss man sich darauf einstellen, dass man nicht alleine ist, weil da ja jeder hinmöchte.

Weit weniger überlaufen ist die kleine Schwester, die Fraueninsel. Hier gibt es kein Schloß, nur ein Kloster mit einer kleinen typisch bayerischen Kirche, einem überschaubaren Friedhof davor.

Dafür kann man gemütlich über die Insel laufen, an den teilweise historischen Häusern der hier lebenden Bevölkerung vorbei. Sozusagen schaut man in deren Gärten rein.

Ein paar wirklich nette, urige Biergärten mit alten Bäumen, vorzüglichem Essen und noch besserem Bier erwarten einem. Beim Inselbräu trinkt man sogar das hier gebraute Bier. Es lässt sich echt aushalten, genießen, flanieren.

Eine entspannte, ruhige Stimmung gepaart mit archetektonischen Blickfängen und der immerwährenden Nähe zum Wasser verbreiten einen romantischen, träumerischen Eindruck. Viele Künstler, insbesondere Töpfer haben sich hier niedergelassen und laden zum verweilen -und kaufen- ein.

Ja, so war´s im Sommer 2019. Und dann kam die Pandemie…

Am Ostersamstag 2021 durfte ich wieder diese Insel besuchen. Beruflich! Es hat sich mittlerweile eine kleine Freundschaft mit dem Schorsch, Inhaber der Inseltöpferei Klampfleuthner, entwickelt. Und der Schorsch hat einige Sachen für mich fertig gemacht, die abgeholt werden wollten. Dazu mehr könnt Ihr im Blog Inseltöpferei Klampfleuthner 3.4.2021 lesen.

Heute war das Wetter überhaupt nicht einladend: von wegen Frühling, wie in den letzten Tagen. Stark bewölkt, immer wieder Schneeschauer, kalt.

Der Schorsch holt mich persönlich ab. Weil er musste eh schnell was in Gstadt erledigen und dann kann er mich auch gleich mitnehmen. Finde ich super, so einen persönlichen Taxi-Shuttle-Service.

Und reden können wir dann auch gleich über die neuesten Gerüchte und Begebenheiten auf der Insel. Dass ein uraltes Haus, seit vielen Jahren nicht mehr bewohnt und ohne Heizung, nun für über 2 Mio € einfach mal so verkauft wurde und deswegen einige Insulaner nun auch „narrisch“ werden, weil sie wären ja Millionäre.

Und der Stammtisch hätte sich auch aufgelöst. Gut, in Zeiten einer Pandemie, wo alles zu ist, auch schwierig zu organisieren…

Nach ein paar entspannten Minuten auf dem Boot kommen wir auf der Insel an, wir machen unsere geschäftlichen Sachen und dann schickt mich der Schorsch schon wieder weiter. Ich hatte gesagt, dass ich noch paar Schritte laufen werde und mit dem JOSEF, dem regulären Schiff zurückfahren möchte.

Ich bin praktisch alleine auf der Insel. Außer den Einheimischen. Ich weis nicht, wie ich mich benehmen soll: Tourist? Kommt in Zeiten der Pandemie nicht so gut. Also, als Geschäftsreisender, der auf seinen Reise-Anschluß wartet. Ja, das hört sich gut an.

Meine einzigen Begleiter sind die Enten. Und davon gibt´s heute jede Menge.

Meine Stimmung schwankt: auf der einen Seite liebe ich dieses Kleinod. Und ohne Touristen ist auch keine Hektik da. Ich genieße die Stille, die Ruhe. Ja, hier leben, das hätte schon was. Wenn nur der Alltag nicht so schwer zu organisieren wäre. Und wenn´s wohnen nicht so teuer wäre…

Auf der anderen Seite kommt leichte Tristesse auf, weil ja alles zu ist. Meine geliebten Biergärten oder die FischSemmelKaufstellen…

Biergarten „Zur Linde“

Hier geht´s zum „Inselbräu“

 Fischbuden: alle geschlossen

Ab und zu kommt mir ein Einheimischer entgegen. Irgendwie scheine ich den Eindruck zu versprühen, dass ich reden möchte. Alle lachen mich an und ruck-zuck sind wir im Gespräch. Einfach nett und gemütlich.

Ich schlendere weiter, an den Klostergärten vorbei.

 

An spannenden alten Häusern, die geradezu auf mich zu warten scheinen
 

Leider vergeht die Zeit viel zu schnell und JOSEF, das Schiff, holt mich ab. Ein letzter Blick zurück. 

 …bis bald!